Tradis – die Klassiker unter den Geocaches
Wer mit dem Geocaching beginnt, kommt an ihnen nicht vorbei: den Traditionals, kurz Tradis. Sie sind die ursprünglichste und einfachste Form des Geocachings und für viele bis heute das Herzstück dieses Hobbys. Ein Tradi ist schnell erklärt: Die Koordinaten im Listing führen direkt zum Cache. Kein Rätsel, keine Zusatzstationen, kein Rechnen – hinlaufen, suchen, finden. Oder eben auch nicht.

Genau darin liegt der Reiz. Tradis sind ehrlich. Sie testen vor allem zwei Dinge: den Umgang mit GPS-Koordinaten und den berühmten „Geocacher-Blick“. Mal liegt der Cache offen unter einem Stein, mal ist er so gut getarnt, dass man zehn Minuten direkt davor steht und ihn trotzdem nicht sieht. Besonders für Einsteiger sind Tradis ideal, aber auch erfahrene Cacher greifen immer wieder gerne auf sie zurück – einfach, weil sie funktionieren.
Ein Tradi besteht immer mindestens aus einem Behälter und einem Logbuch. Je nach Größe können auch Tauschgegenstände enthalten sein. Und damit sind wir beim nächsten großen Thema: der Cache-Größe. Offiziell reicht die Skala von Micro über Small, Regular bis Large. Diese Angabe hilft einzuschätzen, was einen vor Ort erwartet – zumindest theoretisch.
Denn praktisch gibt es da noch eine ganz besondere Kategorie, die offiziell gar keine ist: den Nano. Winzig klein, oft magnetisch, meist irgendwo im urbanen Umfeld versteckt. Nanos sind so klein, dass sie eigentlich unter „Micro“ laufen, aber jeder weiß: Ein Nano ist kein Micro. Ein Nano ist… eine Lebenseinstellung.
Oder sagen wir es ehrlich: Alle hassen Nanos.
Na gut – fast alle.
Das Problem ist schnell erklärt. Nanos sind winzig, bieten meist nur Platz für einen eingerollten Papierstreifen und fühlen sich für viele eher nach Pflichtübung als nach Fund an. Kein Logbuch zum Blättern, kein Tauschgegenstand, kein „Oh, cool!“. Stattdessen fummelt man mit Fingernägeln, Pinzette oder Flüchen am Straßenrand herum, während Passanten skeptisch zuschauen. Besonders beliebt sind Nanos natürlich an Laternen, Verkehrsschildern oder Geländern – Orte, an denen man garantiert auffällt.
Und trotzdem: Ganz fair muss man bleiben. Nanos existieren nicht ohne Grund. Gerade in Städten, wo Platz knapp ist und größere Behälter schnell auffallen oder verschwinden würden, sind sie oft die einzige Möglichkeit, überhaupt einen Cache zu legen. Außerdem haben sie eine seltsame Eigenschaft: Man meckert über sie – und sucht sie trotzdem. Irgendwie gehören sie einfach dazu. Wie schlechtes Wetter beim Wandern oder der eine Cache, den man dreimal nicht findet und dann doch direkt vor der Nase hatte.


Neben der Größe spielen bei Tradis noch zwei weitere Werte eine wichtige Rolle: Difficulty und Terrain. Die Schwierigkeit beschreibt, wie schwer der Cache zu finden ist – unabhängig vom Weg dorthin. Eine hohe Difficulty kann bedeuten, dass die Tarnung besonders clever ist oder der Cache sehr unscheinbar versteckt wurde. Das Terrain hingegen sagt etwas über das Gelände aus: vom bequemen Spaziergang bis hin zur anspruchsvollen Kletterpartie. Ein Tradi kann also leicht zu finden sein, aber trotzdem schweißtreibend – oder umgekehrt.
Unterm Strich sind Tradis genau das, was viele am Geocaching lieben: unkompliziert, vielseitig und ehrlich. Vom großen Waldcache mit Tauschgegenständen bis zum verhasst-geliebten Nano an der Straßenecke ist alles dabei. Und selbst wenn man beim nächsten Nano wieder leise vor sich hin schimpft – der Moment, wenn man ihn endlich in der Hand hält, fühlt sich dann doch ein kleines bisschen wie ein Sieg an.


Schreibe einen Kommentar